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  • Simone Preiner-Halpern

Wenn die Rektusdiastase nicht gleich verschwindet


Der Spalt ist noch immer da!

„Na geh, ich habe noch immer einen Spalt! Wieso geht der denn nicht weg, wo ich doch so fleißig Rückbildungsübungen mache?“ Das höre ich immer wieder in meinen mamaFIT Workouts, wenn sich so manche sportlich ambitionierte Mama den Bauch von mir abtasten lässt.

Es ist mir jetzt wirklich ein Bedürfnis, hier bissal Aufklärungsarbeit zu leisten. Weißt du denn, wie der Zustand deiner Bauchmuskeln vor der Schwangerschaft war? Wer tastet denn seine Bauchmuskelstränge vor einer Schwangerschaft?

Wenn du zu den wenig Glücklichen gehörst, deren Körperfettanteil so gering ist - und vor allem auch am Bauch - dass sich der sogenannte Sixpack schön definiert abzeichnet, dann siehst du es, ansonsten wird es wohl ein Mysterium bleiben. Wir wissen, dass ein Spalt vor der Schwangerschaft da war, denn die Natur hat es so eingerichtet, dass der gerade Bauchmuskel in zwei Muskelsträngen verläuft, verbunden durch eine Sehnenplatte, die sich bei Vorliegen einer Schwangerschaft verlängern und ausdehnen kann, um dem wachsenden Babybauch Platz zu geben. Nach der Geburt heilt dieser Spalt oft, wenn auch nicht immer, ohne eigenes Zutun.

Warum teste ich die Bauchwand überhaupt? Und macht es überhaupt Sinn, dies alle 2 Wochen zu tun? Wenn ich einen Tastbefund mache, dann vor allem deswegen, damit du selbst die Beschaffenheit deines Bauches erspüren kannst. Mir liegt daran, dass du dich traust, dich selbst anzufassen, auch dort, wo der Körper jetzt verändert, vielleicht sogar befremdlich aussieht, und selbst erspürst, wie fest das Gewebe ist, wo sich die Bauchmuskeln befinden und ob das Körpermittekorsett bereits Kompensationsarbeit verrichtet oder ob die Körpermitte sich noch weich und instabil anfühlt. Es macht recht wenig Sinn, völlig motiviert alle 14 Tage einen Rektusdiastase-Test durchzuführen, denn immerhin provoziert man hierbei eine Aufrollbewegung, die es zu vermeiden gilt, damit der Bauchinnendruck nicht unnötig erhöht wird und dort entweicht, wo dein System noch schwach ist.

Wenn ich diesen Tastbefund mit dir mache, lasse ich dich sowohl spüren, wie sich der Bauch anfühlt, wenn du nicht anspannst und wie er sich verändert, wenn du unter richtiger Anleitung mit der korrekten Atemtechnik, mit Beckenboden- und Bauchspannung aufrollst. Denn das was viel wichtiger als die Breite deines Bauchspalts ist, ist die Beschaffenheit der Bauchfaszie und ob deine tiefliegenden Bauchmuskeln bereits anspringen. Es gilt immerhin die Funktionalität der Rumpfkapsel nach der Geburt wiederherzustellen. Du sollst ohne Rückenschmerzen, in deinem Wohlfühlkörper leben können, ganz gleich ob da vorne jetzt 1 oder 1,5 Finger hineinpassen.

Wenn du es schaffst, mit den richtigen Rückbildungsübungen deinen Körper von innen heraus zu kräftigen, deine Atmung, dein Beckenboden, deine Rücken- und Bauchmuskeln funktionell miteinander arbeiten können, wenn du nicht darüber nachdenken musst, wenn du dein Kleinkind auf den Arm nimmst, weil dein Körpermitte-Korsett gelernt hat, dass es anspringt, sobald du etwas Schweres hebst, dann hast du alles richtig gemacht. Nur eines sei gesagt, das braucht Zeit und Übung! Rückbildung braucht Zeit und manchmal richtig viel Geduld 😉

Was kann ich dir nun mitgeben, wenn du vielleicht etwas frustriert bist, weil du noch einen Spalt hast? Der Spalt wird dir bleiben!


👉 Hör auf, nur die Breite deines Bauchspalts zu analysieren.


👉 Mach deine Rückbildungsübungen, aktiviere deine Körpermitte-Muskeln so oft es geht, denn Übung macht den Meister.


👉 Bewege dich viel (besonders an der frischen Luft) und arbeite an einer aufrechten Haltung (Brustbein übers Schambein, Scheitelpunkt zum Himmel – jawohl, dass ist es, was ich dir in meinen mamaFIT Workouts beinahe gebetsmühlenartig erzähle).


👉 Solange gestillt wird, wirken hormonelle Weichmacher im Körper, die das Verfestigen des Bindegewebes erschweren. Durch eine entsprechende eiweißreiche Ernährung kann der Aufbau von Muskeln und die Stärkung des Bindegewebes unterstützt werden. Eiweiß finden wir beispielsweise in Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten (u.a. Bohnen, Linsen, Erbsen, …), grünem Gemüse (u.a. Spinat, Brokkoli, Avocado, …), in Nüssen, Naturreis und in Quinoa. Durch Zink kann man die Kollagenfasern (Bindegewebe) zusätzlich aufbauen. Zink ist in Karotten, Süßkartoffeln, frischem Obst und in Nüssen. Also iss viele Leckereien! 😉


👉 Pass dein Alltagsverhalten an und vermeide es, dass ein erhöhter Bauchinnendruck nach vorne (Bauchspalt) oder nach unten (Beckenboden) entweicht. Wenn du wissen willst, wie du dein Alltagsverhalten Körpermitte-freundlich gestalten kannst, dann schreibe mir eine persönliche Nachricht. Ich habe einige Tipps für dich!

In meinen mamaFIT Workouts, Rückbildungsworkshops, Rückbildungseinzeltrainings, Beckenboden Übungsstunden und bei der Bauchwandschwäche/Rektusdiastase Betreuung versorge ich dich mit allerhand Wissen um deinen Rückbildungsprozess. Melde dich einfach bei Bedarf!

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© 2019, Mag. Simone Preiner-Halpern

www.simone-preiner.at

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